Alles über meine Mutter
Donald Antrim ist Schriftsteller in New York und stammt aus einer vollkommen durchgedrehten Familie. Vor allem seine Mutter machte ihm jahrelang das Leben zur Hölle - als gescheiterte Künstlerin, Kettenraucherin, Alkoholikerin. Nun ist sie nach einem langen Krebsleiden im Morphiumrausch gestorben. Donald spürt zunächst Erleichterung. Und was macht er, kaum dass sie unter der Erde ist? Er kauft sich ein Bett. Es soll sein Fluchtort werden. Doch Donald tut darin kein Auge zu ?
«Ein ganz großartiges Buch.» (Roddy Doyle)
«Donald Antrims Buch, mit seiner bitteren Komik, seiner Intelligenz und seinem glasklaren, sezierenden Blick auf die Menschen und vor allem sich selbst, bewahrt das Leben eines nahen, eines geliebten und gehassten Menschen in der Erzählung. Das ist ? das Höchste, was Literatur erreichen kann. Ein tiefernstes, schonungsloses und berührendes Werk.»
(FAZ)
«Antrims 'Mutter' ist ein heiteres Buch, doch seine Intensität kommt aus Bitterkeit und tiefem Schmerz.»
(Der Spiegel)
An einem schönen Augustmorgen des Jahres 2000 entschläft Louanne Antrim nach langem Krebsleiden im Morphiumrausch. Was macht ihr Sohn Donald Antrim, der New Yorker Schriftsteller, kaum dass sie unter der Erde ist? Er kauft sich ein Bett. Und zwar nicht irgendeins, sondern ein nach den neuesten Erkenntnissen esoterisch-biotechnischer Schlafforschung gestaltetes, sündhaft teures Monster. Dieses Bett soll seine Befreiung feiern; es soll sein Fluchtort werden, so etwa, wie wenn man zu jemandem sagt: "Ich brauche Raum". Nur dass "Raum" sich dann gewöhnlich auf Gefühle bezieht, Antrim ihn aber mit einem konkreten Ort verwechselt. Darum tut er in diesem Bett nie ein Auge zu. Typisch für ihn. Typisch für den Sohn einer lebenslangen, maß- und schamlos exzentrischen Alkoholikerin, die ihrem Sohn kaum etwas mitgab außer ihrem Selbsthass. Und ihn in eine Affenliebe zwang, die jede noch so verrückte Marotte von ihr zu tolerieren, ja zu verteidigen hatte. "Mutter" ist ein erschreckend klarsichtiges Buch - und ein grotesk komisches. Das verdankt sich Antrims sprachlichen und analytischen Fähigkeiten. Er beschreibt ein (sein) Leben in einer durchgedrehten Alkoholikerfamilie: das komplexe Wechselspiel von Macht und Furcht, Manipulation und schließlichem Widerstand, der immer auf ein Mirakel hofft, ein Ereignis, das alles verändert und ihn wie ein großes Kunstwerk der Erlösung näher bringt. Dies alles erfasst Antrim in einem Reigen von Geschichten, die sich um- und ineinanderwinden: minuziöse Momentaufnahmen, präzise, sinnlich und voller Ironie. Und er schafft damit - große Literatur.