Die Erzählerin von
Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein
hat viel zu tun. Der Kater ihrer Freundin Eva ist verschwunden, und sie befu?rchtet, er könnte im Bewusstseinsstrom davongeschwommen sein. Ihre andere Freundin Fanny hat kaum Zeit fu?r sie, denn sie arbeitet in der Finanzbranche und ist mit nicht weniger als drei Liebhaberinnen verstrickt. Und vor allem Gertrude Stein macht der Erzählerin das Leben schwer.Sie versucht, einen Essay u?ber Stein zu schreiben, aber das scheint ganz unmöglich zu sein. Sie weiß zu viel und gleichzeitig gar nichts u?ber die wichtige Avantgarde-Denkerin des fru?hen 20. Jahrhunderts.Was sie weiß, ist Folgendes: Gertrude Stein studierte Psychologie und Medizin, brach dann aber ihr Studium ab, kuratierte stattdessen in ihrer Mietwohnung in Paris moderne Kunst, die die Welt erschu?ttern sollte, Picasso, Matisse und Hemingway gingen bei ihr ein und aus, sie schrieb Romane, Theaterstu?cke und Gedichte, die inkohärent und brillant sind,und sie verliebte sich auf den ersten Blick in ihre spätere Frau Alice B. Toklas.Aber so vieles weiß sie auch nicht. Und so versucht sie, herauszufinden, was wir verlieren mu?ssen, um modern zu werden, wie wir mit Ängsten umgehen, mit Unsicherheit leben, mit deprimierenden Vätern, wie wir uns ein neues Leben in einem anderen Land aufbauen. Sie denkt nach u?ber Kunst und Sprache und Freiheit - daru?ber, was all diese Dinge fu?r Gertrude Stein in den Anfängen des 20. Jahrhunderts bedeutet haben und was sie fu?r sie zuBeginn des 21. Jahrhunderts bedeuten.