Welche Rolle spielt Wissenschaft in der Gesellschaft? Beschreibt sie als neutrale Instanz, objektiv und unberührt von gesellschaftlichen Veränderungen, ihre Gegenstände oder gestaltet sie als Akteurin die Felder der Migrations- und Sozialpolitik aktiv mit? Wie wird Wissen produziert - und mit wem?
Der Band »Transformativ forschen« versammelt kritische Reflexionen von Forschungen, die Wissen nicht nur über, sondern mit Menschen produzieren: mit kommunalen Verwaltungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Geflüchteten, Inhaftierten und von Armut betroffenen Familien. Die Beiträge zeigen, wie an unterschiedlichen Orten - in Kommunalverwaltungen, sozialen Organisationen, Reallaboren, Museen und Gefängnissen - Formen der Wissensproduktion erprobt werden.
Kollaborative und transformative Forschung ist voraussetzungsvoll: Wer bestimmt die Agenda? Wie werden Machtasymmetrien bearbeitet? Was passiert, wenn Projekte enden, aber Probleme bleiben? Wer hat überhaupt die Ressourcen, sich zu beteiligen? Der Band thematisiert die Spannungsfelder zwischen wissenschaftlichen Systemlogiken, den Eigenlogiken von Verwaltung und Organisationen im Dritten Sektor und den Bedürfnissen marginalisierter Gruppen. Er bietet keine fertigen Rezepte, sondern Orientierung durch kritische Auseinandersetzung mit dem, was möglich ist - und was nicht.
Welche Rolle spielt Wissenschaft in der Gesellschaft? Der Band beleuchtet das Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis bei der Produktion von Wissen in den Feldern der Migrations- und Sozialpolitikforschung. 'Aktionsforschung', 'partizipative Forschung' und zuletzt 'transformative Forschung' lauten seit den 1960er Jahren die wechselnden Namen von Ansätzen, die das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft verhandeln. Die Autorinnen und Autoren zeigen Wege der Demokratisierung der Wissensproduktion auf den genannten Feldern und thematisieren zugleich die Schwierigkeiten und Restriktionen gemeinsamer Wissensproduktion zwischen wissenschaftlichen Systemlogiken, dem Nutzen der Wissensproduktion für die Befragten und den Eigenlogiken von Verwaltung und Organisationen im Dritten Sektor.
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